Wuchsgebiete der Steiermark |
Ein Wuchsgebiet (= Herkunftsgebiet) ist ein Gebiet mit annähernd gleichen ökologischen Gegebenheiten wie zum Beispiel ähnlich hohe oder geringe Niederschlagsmengen, ähnliche Temperaturverläufe oder annähernd gleiche Bodenverhältnisse.
Um die Herkunftsgebiete seehöhenmäßig feiner zu untergliedern wurden sogenannte Höhenstufen eingeführt, da auch innerhalb eines Wuchsgebietes mit unterschiedlicher Höhenlage unterschiedliche ökologische Bedingungen für die Waldbäume eintreten.
Die einzelnen Herkunftsgebiete sind in der nebenstehenden Karte durch Zahlen dargestellt und in der Legende näher bezeichnet.
Die zugehörigen Höhenstufen mit den dazugehörenden Seehöhengrenzen lauten:
| Planare Höhenstufe: | 0 - 300m Seehöhe |
| Kolline Höhenstufe | 300 - 700m Seehöhe |
| Submontane Höhenstufe | 700 - 1.000m Seehöhe |
| Montane Höhenstufe | 1.000 - 1.300m Seehöhe |
| Hochmontane Höhenstufe | 1.300 - 1.500m Seehöhe |
| Subalpine Höhenstufe | 1.500 - 2.500m Seehöhe |
| Alpine Höhenstufe | 2.500 - 3.000m Seehöhe |
Die in den einzelnen Herkunftsgebieten und Höhenstufen natürlich vorkommenden Baumarten haben sich im Laufe der Jahrtausende sowohl genetisch als auch vom Phänotyp (Erscheinungsbild, Wuchsform) her an die ökologischen Gegebenheiten ihrer Umgebung angepasst. Ein gutes Beispiel für die genetische Anpassung ist der unterschiedliche Austriebszeitpunkt von Pflanzen gleicher Baumarten aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten und Höhenstufen. Pflanzen aus höheren Lagen treiben schon bei wesentlich geringeren Temperaturen aus, als Tieflagenpflanzen derselben Baumart. Werden nun solche Hochlagenpflanzen in den Niederungen versetzt, kann es passieren, dass sie viel zu früh austreiben und in der Folge Spätfrösten zum Opfer fallen.
Als Beispiel für die Anpassung des Phänotyps kann man die unterschiedlichen Wuchsformen der Fichte in den verschiedenen Höhenlagen nennen. Während die Fichte in den Tallagen von Natur aus breite Kronen mit weit ausladenden Starkästen bildet, hat die typische Hochlagenfichte sehr schmale lange Kronen mit stark nach unten geneigten, scheinbar fast am Stamm anliegenden Ästen. Das hat den Vorteil, dass bei großen Schneemengen der Schnee besser von den Ästen fällt und die Schneebruchgefahr deshalb wesentlich geringer ist als bei den breitkronigen Tieflagenfichten.
Um Ihnen für Ihren Wald nur bestens angepasstes Pflanzenmaterial zur Verfügung stellen zu können, ersuchen wir Sie im eigenen Interesse, bei jeder Forstpflanzenbestellung das Herkunftsgebiet und die Seehöhe der Aufforstungsfläche bekannt zu geben.